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Grilltipps

Grillieren im Winter: So gelingt es bei Kälte, Wind und Schnee

02.11.2026 4 Min. LesezeitVon Kevin Deak
azado Standgrill aus Chromstahl im Schnee vor verschneiten Tannen und Bergen

Grillieren im Winter funktioniert, und zwar richtig gut. Kälte und Wind ziehen dem Feuer zwar Wärme ab, aber mit rund einem Drittel mehr Kohle, einem Deckel und einem Thermometer für das Fleisch bekommst du bei Minusgraden die gleichen Resultate wie im Juli.

Dazu kommt etwas, das der Sommer nicht kann: Die Glut wärmt, alle stehen enger zusammen, und ein Steak schmeckt im Schnee irgendwie besser.

Das Wichtigste in Kürze

  • Mehr Brennstoff: Plane rund 30 % mehr Holzkohle ein als im Sommer.
  • Mehr Zeit: Der Grill braucht länger zum Aufheizen, das Grillgut etwas länger zum Garen.
  • Wind ist schlimmer als Kälte: Stell den Grill windgeschützt, aber nie in die Garage.
  • Thermometer statt Gefühl: Kerntemperatur messen, weil Garzeiten im Winter schwanken.
  • Gas: Propan funktioniert auch bei Minusgraden, Butan schwächelt unter 0 °C.

Warum Grillieren im Winter anders ist

Ein Grill verliert Wärme an die Luft. Je kälter und windiger es ist, desto schneller passiert das. Bei 0 °C und etwas Bise muss das Feuer deutlich mehr leisten, um den Rost auf Temperatur zu halten. Jedes Öffnen des Deckels kostet im Winter mehr Hitze als im Sommer.

Das Grillgut kommt ausserdem kälter vom Balkon oder aus dem Kühlschrank. Lass Steaks deshalb 30 bis 45 Minuten in der warmen Küche liegen, bevor sie auf den Rost kommen.

9 Tipps für das Wintergrillen

  1. Platz wählen: Windgeschützt an der Hauswand oder hinter einer Hecke, aber immer im Freien. Nie in Garage, Wintergarten oder Zelt grillieren. Glut gibt Kohlenmonoxid ab, und das ist in geschlossenen Räumen lebensgefährlich.
  2. Schnee weg: Grill und Standfläche freiräumen. Ein Grill aus Chromstahl hat mit Schnee kein Problem, der Rost sollte aber trocken sein, bevor du anfeuerst.
  3. Mehr Kohle: Rechne mit etwa einem Drittel mehr als im Sommer. Dichte Holzkohle wie Quebracho brennt länger und gleichmässiger, mehr dazu im Artikel Grillkohle kaufen.
  4. Feuerzeug warm halten: Butanfeuerzeuge zünden bei Kälte schlechter. Steck das Feuerzeug in die Jackentasche, dann brennt die Jetflamme zuverlässig.
  5. Deckel nutzen: Ein Gardeckel hält die Hitze über dem Grillgut und spart Kohle. Je seltener du ihn öffnest, desto besser.
  6. Kerntemperatur messen: Im Winter stimmen Garzeiten aus dem Sommer nicht. Ein Thermometer sagt dir genau, wann das Fleisch fertig ist. Die Werte findest du in der Kerntemperatur Tabelle.
  7. Teller vorwärmen: Gegrilltes kühlt draussen in wenigen Minuten aus. Vorgewärmte Teller und ein Brett im Haus helfen.
  8. Licht einplanen: Um 17 Uhr ist es dunkel. Eine Stirnlampe oder eine Lampe am Grill ist kein Luxus.
  9. Richtig anziehen: Keine weiten Ärmel und keine Kunstfaserjacke direkt über der Glut. Lange Grillhandschuhe schützen Hände und Unterarme.

Holzkohle oder Gas im Winter?

Beides geht. Holzkohle liefert mehr Strahlungshitze und das Aroma, das im Winter besonders gut passt. Gas zündet schneller und ist leichter zu regeln.

Holzkohle Gas (Propan) Butan Kartusche
Funktioniert bei Minusgraden ja ja, bis etwa minus 40 °C schlecht unter 0 °C
Aufheizzeit im Winter 20 bis 30 Minuten 10 bis 15 Minuten unzuverlässig
Mehrverbrauch gegenüber Sommer rund 30 % rund 30 % hoch
Aroma stark neutral neutral

Bei den azado Standgrills mit Gaselement musst du dich nicht entscheiden: Der Gasbrenner liegt unter der Kohle und bringt sie in rund fünf Minuten zum Glühen, auch im Schnee. Danach grillierst du mit Holzkohle oder Holz. Den Rost stellst du über die Handkurbel stufenlos näher an die Glut, wenn der Wind Hitze kostet. Wie das funktioniert, steht im Artikel Höhenverstellbarer Grillrost.

Was passt im Winter auf den Grill?

Im Winter funktionieren Gerichte, die von viel Hitze und etwas Geduld profitieren:

  • Dicke Steaks und Braten: Entrecôte, Hohrücken oder Picanha am Stück. Indirekt garen, am Schluss scharf angrillen. Für die Festtage gibt es eine eigene Anleitung zum Weihnachtsbraten vom Grill.
  • Marroni: Einschneiden und in einer gelochten Pfanne über der Glut rösten, bis die Schale aufspringt.
  • Wurzelgemüse: Randen, Rüebli und Kartoffeln in der Glut oder auf dem Rost. Tipps dazu im Artikel Gemüse grillieren.
  • Provoleta oder Raclettekäse: in einer kleinen Pfanne geschmolzen, mit Brot vom Rost.
  • Bratäpfel: Kerngehäuse raus, Nüsse und Zimt rein, in Alufolie in die Glut.

Winter ohne Garten: der Tischgrill

Wenn es draussen stürmt, holst du das Grillieren an den Tisch. Der El Chiquito ist ein Tischgrill im A4-Format. Am Esstisch grillierst du mit Gasrechaud und Grillschale, draussen auf Balkon oder Terrasse mit Holzkohle. Wichtig: Holzkohle gehört nie in die Wohnung. Mehr dazu im Artikel Tischgrill und Mini-Grill.

Unser Winter Werkzeug

Wer den Grill über den Winter lieber einpackt, findet die Checkliste im Artikel Grill überwintern.

Häufige Fragen zum Grillieren im Winter

Kann man bei Minusgraden grillieren?

Ja. Holzkohle und Propangas funktionieren auch bei minus 10 °C. Du brauchst mehr Brennstoff, mehr Zeit und einen windgeschützten Platz im Freien.

Wie viel mehr Holzkohle brauche ich im Winter?

Rechne mit rund 30 % mehr als im Sommer. Bei starkem Wind kann es auch mehr sein, deshalb lieber einen Sack Reserve bereithalten.

Darf ich im Winter in der Garage grillieren?

Nein. Glühende Kohle und Gasflammen geben Kohlenmonoxid ab, das in geschlossenen Räumen lebensgefährlich ist. Auch ein offenes Garagentor reicht nicht.

Funktioniert ein Gasgrill im Winter?

Mit Propan ja, Propan verdampft bis etwa minus 40 °C. Butan Kartuschen verlieren schon unter 0 °C an Druck und sind im Winter unzuverlässig.

Warum zündet mein Feuerzeug in der Kälte nicht?

Butan verdampft bei Kälte schlecht. Trag das Feuerzeug in der Jackentasche, dann ist es warm genug für eine starke Flamme.

Willst du sehen, wie schnell die Kohle im Schnee glüht? Komm zum Probegrillen in unseren Showroom in Wittenbach, es ist gratis.

Geschrieben von Kevin Deak, azado AG, Wittenbach SG. Stand: November 2026.